«Stiftung Domino freut sich über Geldsegen und nimmt an Pilotprojekt teil» (AZ)
Von Deborah Bläuer
Der Stiftungsratspräsident und der Geschäftsführer blicken auf das letzte Jahr zurück und verraten, welche Pläne es für die Stiftung Domino gibt.
Darum geht es
- Am 20. Mai fand das Jahresmediengespräch der Stiftung Domino statt.
- Philipp Küng, Stiftungsratspräsident, und Pirmin Wolfisberg, Geschäftsführer, sprachen über personelle Veränderungen, Neuanschaffungen und die Finanzen des vergangenen Jahres.
- Ausserdem stellten sie aktuelle Projekte vor.
Die Stiftung Domino ist in Bewegung. Einerseits wortwörtlich, etwa mit dem Bewegungsatelier, in dem Menschen mit Assistenzbedarf regelmässig Kraft und Gleichgewicht trainieren, oder dem neu angeschafften Bewegungstherapiegerät Motomed. Andererseits auch im übertragenen Sinne. Wie genau verrieten Stiftungsratspräsident Philipp Küng und Geschäftsführer Pirmin Wolfisberg am Jahresmediengespräch am Mittwoch, 20. Mai, in Hausen.
Im vergangenen Jahr hat sich bei der Stiftung, bei der Menschen mit Assistenzbedarf wohnen oder arbeiten oder beides, einiges getan. Man sei laufend dabei, das Angebot und die Dienstleistungen zu aktualisieren, sagen Wolfisberg und Küng. So wurde etwa eine neue CNC-Maschine, also eine computergesteuerte Fräsmaschine, angeschafft. Zudem soll bald ein 3D-Drucker gekauft werden.
«Normalerweise bedeutet Automatisieren, dass die Leute weniger machen können. Bei uns ist es umgekehrt», sagt Wolfisberg. Obwohl natürlich der Output durch die CNC-Maschine grösser werde, gebe sie den Menschen mit Assistenzbedarf mehr Möglichkeiten. So können diese etwa beim Programmieren mithelfen. «Die Leute sind begeistert, mit solch einer modernen Maschine arbeiten zu können», berichtet Pirmin Wolfisberg.
Wechsel in der Geschäftsführung und im Stiftungsrat
Freude herrscht auch über ein mit Spendengeldern finanziertes Cargo-E-Velo. Mit diesem bringt ein Domino-Mitarbeiter täglich die Haushaltsbestellungen, wie zum Beispiel Reinigungsmaterial, von der Werkstatt zu den Wohnhäusern sowie zum Café und Shop Mikado in Windisch. Ausserdem liefert er Sandwiches von der Hauptküche an die verschiedenen Standorte. Dafür hat er den Titel «Transportmeister» bekommen, worauf er mächtig stolz ist. «Er ist seither ein paar Zentimeter gewachsen», sagt Philipp Küng und schmunzelt.
Im personellen Bereich war die Stiftung Domino gemäss Küng ebenfalls «in Bewegung». So trat Pirmin Wolfisberg im Juli die Nachfolge vom langjährigen Geschäftsführer Rainer Hartmann an. Zudem gab es im Stiftungsrat ein paar Wechsel. Ausserdem hat die Stiftung Domino per Anfang 2026 die neue Stelle Fachleitung Assistenz geschaffen.
Deutlich höhere Spenden als im Vorjahr
Ende 2025 zählte die Stiftung Domino rund 150 Angestellte. Das entspricht zirka 105 Vollzeitstellen. Die Angebote der Stiftung wurden von etwa 210 Personen gleichzeitig genutzt. «Im Bereich Wohnen, Arbeiten und in der Tagesstruktur zeigte sich eine stabile Nachfrage», heisst es im Jahresbericht.
Gute Produktions- und Dienstleistungserträge sowie ein umsichtiger Umgang mit Geld trugen dazu bei, dass der Jahresabschluss von 2025 positiv ausfällt. So konnte die Stiftung Domino den Umsatz im vergangenen Jahr weiter steigern.
Der Betriebsertrag belief sich auf rund 16 Millionen Franken, im Vorjahr lag er bei 15,5 Millionen Franken. Die Betriebsrechnung schliesst mit einem positiven Ergebnis von 24'000 Franken ab. Praktisch unverändert gegenüber dem Vorjahr blieb die Bilanzsumme mit 25,1 Millionen Franken.
Erfreuliche Nachrichten gibt es auch im Bereich Spenden. So weist die Spendenrechnung einen Erfolg von 466'000 Franken aus, das ist einiges mehr als die 37'000 Franken im Jahr 2024. Dies ist unter anderem auf ein grosszügiges Legat von 370'000 Franken zurückzuführen.
Bauarbeiten sollen am 8. Juni beginnen
Am Jahresmediengespräch gaben Pirmin Wolfisberg und Philipp Küng auch einen Ausblick auf die Zukunft, in der sich ebenfalls einiges bewegen wird. So soll am 8. Juni der Spatenstich für die Neugestaltung des Gartens und den Bau von Balkonen beim Wohnhaus Domino erfolgen. «Die Balkone sollen die Lebensqualität der Bewohnenden und die Arbeitsqualität unserer Mitarbeitenden erhöhen», so Wolfisberg.
Weiter ist geplant, in diesem Haus eine Wohngemeinschaft für Menschen mit herausforderndem Verhalten auszubauen. Da diese selbst- oder fremdgefährdend sein können, braucht es spezielle Sicherheitsmassnahmen. Die Stiftung Domino gilt seit 2024 in diesem Bereich als eines von mehreren Kompetenzzentren im Aargau. Besagte Bauprojekte sollen im Frühling 2027 abgeschlossen werden.
Zudem wird die Stiftung Domino an einem Pilotprojekt des Kantons zur «Subjektfinanzierung» teilnehmen. Anstatt wie bisher sollen die Behörden Betreuungsgelder nicht mehr an Institutionen, sondern an die Betroffenen in Form von «Betreuungsgutscheinen» zahlen. Die Menschen mit Assistenzbedarf sollen dann selbst entscheiden können, wie sie diese einsetzen. Während des Pilotprojekts betreffe dies allerdings nur Personen, welche die Angebote der Stiftung Domino neu in Anspruch nähmen, erklärt Pirmin Wolfisberg auf Nachfrage dieser Zeitung.